Ja ja, wie die Zeit vergeht... Ist schon wieder ganz schön lange her, dass ich etwas geschrieben habe und es gibt auch wieder einiges zu erzählen.
Ich habe zwei neue Hobbies: Anfang Februar habe ich Aikido angefangen, davon später mehr...
Außerdem gehe ich seit ein paar Wochen Dienstag Nachmittag bei Bekannten Babysitten, die Kleine heißt Julia, ist sieben Monate alt, ihre Mutter ist Japanerin, ihr Vater Deutscher und sie ist total süß (かわいい).
Unter anderem wegen diesen beiden neuen „Freizeitbeschäftigungen“ habe ich meine unbewusst meine Routine aufgegeben und bin nicht mehr jeden Nachmittag ins Goethe-Institut, wo ich immer lerne, gegangen.
Der geringere Lernaufwand hat sich (bedauernswerterweise) nicht in den täglichen kleinen Tests gezeigt, die ich immer gut bestanden habe. Naja, den Grammatikteil der große Prüfung habe ich dann nicht bestanden und bin auch beim zweiten Mal durchgefallen. Ich werde nach den Ferien nicht in eine höhere Klasse versetzt, sondern muss einen Teil des Stoffes nochmal wiederholen. Das sehe ich auch ein und ich habe meine Lektion gelernt, dass ich mehr lernen muss, was ich jedoch nicht verstehe, ist, dass ich erst nach den Ferien versetzt werde. Da ich offensichtlich nicht mitkomme, sollte ich meiner Meinung nach besser gleich versetzt werden, so bin ich eben noch vier Wochen in meiner jetztigen Klasse
Die Wochenenden waren auch immer sehr „voll“ und lustig, Karaoke, Kunstausstellung einer japanischen Freundin, Umzugsparty, Sushi-Essen zuhause, viereinhalb Stunden Kabuki
(ich habe von der Nou-Vorstellung und den mehrfachen Ermahnungen gelernt und deshalb gibt es nur ein Foto von dem Gebäude...)
Anschließend waren wir in einem wunderschönen Restaurant.
Die Fahrt zu besagtem Restaurant dauert etwa eine Stunde, aber der Aufwand lohnt sich wirklich: Es besteht aus vielen kleinen Häuschen mit jeweils einem Tatami-Zimmer.
Die einzelnen Häuschen liegen in einem sehr schön angelegten Garten mit schönen Pflanzen und kleinen Teichen und Flüsschen, über die Brückchen führen
(Diagnose: „Chen-Syndrom“; Heilungsaussichten: Behandlung erst wieder in Deutschland möglich).
An den Wegen brennen Flackeln und die ganze Anlage lässt einen den ganzen Großstadt-Stress vergessen.
Die Bedienungen (im traditionellen Kimono) musste immer einen relativ weiten Weg von der Küche zu uns laufen, mit vier Portionen und in eisiger Kälte. Das hat mir ziemlich Leid getan, habe mich aber mit dem Gedanken vertröstet, dass sie schon seit Kleinkind im Winter mit kurzem Rock herumläuft, sie sollte also abgehärtet sein...
Jetzt am Samstag war ich mit einigen aus meiner Schule in Kamakura, eine Stadt etwa eine Stunde von Tokyo entfernt, die viele berühmte Tempel und Schreine und den Amida-Buddha, nach dem Buddha in Nara (Stichwort Nasenloch-Kriechen) der zweitgrößte in Japan.
Man kann auch in die Statue hineingehen, was dem Buddha zwar ein bisschen das „mythisch geheimnisvolle“ nimmt, aber dafür sieht man, wie er gebaut ist.
Eine nette „typische“ Japan-Erfahrung hatten wir beim Hinausgehen: Die kleine Kasse, an der man den Eintritt für die Buddha-Statue bezahlt (20 Yen, cica 14 Cent), war geschlossen – mit der Kasse, die noch draußen stand. Das glaubt man wirklich nur, wenn man es selber erlebt hat, aber hier wird einfach nicht geklaut, weder in den Straßen oder Bahnen im Getränkel, noch im Konzert oder bei irgendeiner Veranstaltung, wenn man die Tasche samt Bargeld und Kreditkarte irgendwo liegen lässt. Es ist einfach ein großes Vertrauen da, das alles zweihundertprozentig korrekt aufgeführt wird, was die Japaner im Ausland ein bisschen naiv erscheinen lässt, wo sie hinters Ohr gehauen werden, was sie auch kaum ins „böse Ausland“ reisen lässt.
So, ich bin abgeschweift, meine sehr verehrten Damen und Herren, wir befinden uns immer noch im weltberühmten Ort Kamakura.
Natürlich haben wir uns auch einige Tempel angeschaut, doch dieses nette Transportmittel war leider nicht im FreePass miteingeschlossen.
Zu den einzelnen Tempeln oder Schreinen geht man mit verschiedenen Wünschen oder Bedürfnissen, zu diesem gingen viele Frauen, wen sie ein Kind verloren haben oder sich eines wünschen.
Einige dieser Figuren tragen selbstgestrickte Kleidung, Mützchen oder Kittel.
Ich habe mich mal für was anderes entschieden, für Udonnudeln mit Sesamsoße, wie meistens mit Algen, was wirklich superlecker war.
Gut gestärkt haben wir uns dann eine Wanderung zu einem bekannten Tunnel gemacht.
Und auch in Kamakura scheint man dem Essen nicht enkommen zu kommen:
Fisch kennen wir ja auf dieser Insel und auch etwas ausgefallenere Arten, aber dass man die Kühlerhaube auch zum Trocknen von Kohl verwenden kann, ist mir neu, aber warum auch nicht?
Von einem nahegelegenen Berg gab es nach der Wanderung zur Belohnung einen schönen Blick auf Kamakura.
Dazu futterten wir Kuchen („Lekalai“) aus einer scheinbar deutschen Bäckerei mit dem Namen „Bergfeld“ (der japanische Besitzer hat in Deutschland gelernt und seinen Namen (山田- Yamada) der Einfachheit halber wortwörtlich ins Deutsche übersetzt).
Am Samstag wurde der eigentlich rot-weiße Tokyo Tower zur Feier des Tages (St. Patrick’s Day) grün beleuchtet, hier ein Foto von unserem Balkon.
Ich sollte mir angewöhnen, öfters kleinere Beiträge zu schreiben, eigentlich wollte ich noch über Aikido schreiben, aber für heute ist es glaube ich genug...
1 Kommentar:
Hallo Katha,
das wollte ich schon länger machen: dir ein Kompliment für deinen Blog aussprechen! Es macht total Spaß, deine Einträge zu lesen und mitzuverfolgen, was du dort so erlebst. Du kannst wirklich gut schreiben und man gewinnt einen echten Eindruck.
Liebe Grüße aus der Heimat
von deiner Franka.
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