Vergangene Woche hatte ich Ferien und war bei einer Gastfamilie in Nasu, einem Dorf etwa 150 km nördöstlich von Tokyo (Richtung Nikko).
Grund war, mein mündliches Japanisch zu verbessern, das, naja, verbesserungswürdig ist.
Das japanische Ehepaar, bei dem ich gewohnt habe, konnte auch Deutsch und Englisch, hat aber nur Japanisch mit mir gesprochen.
Ich wurde sehr herzlichen aufgenommen und hatte ein sehr schönes Zimmer.
Der Name „Nasu“ steht für das Dorf und die (schätzungsweise) 1000 einzelnden Häuser/Bauernhöfe drumherum.
Es hat gut getan, ein bisschen aus der Großstadt herauszukommen. Da Nasu etwas in den Bergen liegt, war es auch nicht so heiß wie in Tokyo, zum Glück hatte ich doch noch einen Pullover eingepackt.
Sonntags bin ich mit meinem Gastvater spazieren gegangen und habe mir einen dicken Sonnenbrand geholt, das arme blasse Kind aus der Großstadt...
Ich war so begeistert von all der Natur, den vielen Pflanzen und den Tieren (ich MUSS das einfach erwähnen, es war wirklich total schön!). Und mit meiner neuen Kamera macht Fotografieren gleich doppelt soviel Spass, hier ein paar Beispiele:
Wir sind drei Mal abends auf eine kleine Brücke in der Nähe gefahren und haben „Glühwürmchen geguckt“. Im Moment ist die beste Zeit, sie sind sehr groß und aktiv.
Wo wir gerade beim Thema Tieren sind:
Ich hatte erst gedacht, ich hätte mich verhört, als meine Gastmutter erzählte, dass wir heute Alpakas anschauen würden.
Aber natürlich sind sie nicht wild, sondern werden auf einer Farm gezüchtet.
Ponys und Sträusse gab es auch.
(ich bitte um Beachtung meiner doch sehr sachlichen, sprich: nicht-verzuckernden Art der Tierbeschreibung und des Unterlassens des Wortes „s...ss“)
Ansonsten hat meine Gastmutter sehr viel mit mir unternommen.
Einen Nachmittag haben wir eine Freundin von ihr, die sehr viele Kimonos hat, besucht.
Ich durfte einen wunderschönen Kimono anziehen, den ihre Tochter zur „20 Jahresfeier“ getragen hat.
Selbst erfahrene Japanerinnen können den Kimono nicht alleine anziehen, vor allem das Binden des Obi ist schwierig. Unter den Kimono zieht man ein Unterkleid und einen Unterkimono an, dann kommen Bänder um die Taille, damit die Figur so gut wie möglich „unförmig“ gemacht wird, damit man die weiblichen Formen nicht erkennt. (wenn ich mich nicht verhört habe, war der Grund „...damit sich der Mann beim Auspacken freut“).
Meine Bemerkung, ich hätte nicht die Figur für einen Kimono (kurvenmäßig), musste ich mal wieder über den untrüblichen Optimismus Japanerinnen lächeln: „Das macht überhaupt nichts. Japanerinnen sehen dafür im Dirndl nicht so gut aus.“ Na, wenn das kein Trost ist J
Meine Gastmutter hätte auch mehr mit mir unternommen, wenn ich nicht so nervös wegen diverser Prüfungen wäre und die meisten Vormittage und Nachmittage Kanji geübt und Vokabeln gelernt hätte.
Aber sie wusste ein gutes Gegenmittel: ein Schwefel-Onzen, super für die Haut und die Nerven...
Ich fand die Woche sehr schön, es hat gut getan, mal wieder in der Natur zu sein und der Aufenthalt hat mir auch einen kleinen Einblick in den japanischen Alltag gegeben.
ありがとう!
1 Kommentar:
Das ist ein wunderschöner und witziger Beitrag über diese home-stay-Woche. Und dieFotos sind so schön ... dass ich ganz neidisch werde (nicht neidisch, sondern so ..."das möchte ich auch erleben".)
Es ist ja schade, dass das Japan-Jahr zu Ende geht,
die Mama
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