„Ich gelobe hiermit bei allen leckeren Kitkat-Sorten, dass ich mich in der Öffentlichkeit (sprich: auf meinem blog) nicht mehr negativ über die Nahrungsmittelpreise in Tokyo/Japan beschweren werde.“
Ich habe mich über einen Apfel für 198 Yen aufgeregt? Pah, das ist nichts im Vergleich zu diesem stolzen Früchtchen: Einer dieser wunderschönen, makellosen, vollendet runden, schimmernd-polierten, vom Fuji-san stammenden und natürlich schützend verpackten Äpfel kostet 1050 Yen (nach dem heutigen Umrechnungskurs sind das 6,688 Euro) !!!

Dafür kriegt man in Japan zweieinhalb leckere Sobasuppen, anderthalb Set-Menüs, zwei Mal zwei Lautsprecher aus Akihabara oder acht „Nahrungsmittel-Ergänzungs-Tütchen“:
Ich habe keine Ahnung, wie Japaner/-innen dieses Etwas nennen. „Raumfahrernahrung“ trifft es wohl am besten.
Der Inhaltes ist sehr gewöhnungsbedürftigt, da es sich um eine geléeartige Masse handelt, glibberig und oft mit kleinen Stückchen versetzt (das betont die Natürlichkeit der Konstanz).
Es besteht aus einer glänzenden Aluminiumverpackung, deren Aufschrift (in Katakana und Romaji) uns wohl ein schlechtes Gewissen machen will, indem sie uns daran erinnert, dass unser Körper PROTEIN! VITAMIN A! AMINO COLLAGEN! MAGNESIUM! benötigt.
Ob es davon gleich eine zweihundert Gramm Ladung sein muss, kann ich nicht beurteilen, aber da die „Raumfahrernahrung“ kaum Kalorien hat und nach dem ersten Schluck/Bissen sogar richtig gut schmeckt, habe ich meine Zweifel mal vergessen und mir gleich drei dieser super gesunden Packungen gekauft (anstatt zweier normaler Äpfel).
Ich kann nicht behaupten, dass sich meine Erkältung dank der Multivitamine verbessert hätte, aber wahrscheinlich muss mein Körper die ganzen guten Dinge erst aufnehmen, das braucht eben seine Zeit...
Auch dies war „etwas japanisches“, was ich anfangs argwöhnisch, mit einer Spur Misstrauen und leicht abwertend gesehen habe (wie auch das etwas kindlich-naive, auf alles süße sich stürzende Gebären der Japanerinnen, was ich mittlerweile selber schon nachahme, in gewissem Grad zumindest).
Aber mittlerweile ist hier vieles normal geworden, zwar leuchtet mir immer noch so manches nicht ein, aber ich sehe auch die Vorteile dieser Art des Zusammenlebens hier.
Aber davon ein andermal...
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