Seit einem Schulausflug ins Erdbeben-Aufklärungszentrum und dem Besuch im Erdbeben-Museum in Kobe bin ich nicht mehr allzu scharf darauf, ein „richtiges“ Erdbeben zu erleben. Da unser Haus ziemlich neu ist, ist es nach dem allerneusten Stand gebaut und normalerweise spürt man die kleineren Beben nicht. Doch die stärkeren spüren wir es umso mehr, da wir im 12. Stock (in Japan ist das Erdgeschoss der 1. Stock, also eigentlich der 11.) wohnen und ganze Gebäude hin und her schaukelt (wie diese Hunde, die man sich vorne oder hinten ins Auto setzen kann).
So, jetzt aber genug von meinen traumatischen Erfahrungen, ich wollte eigentlich von ganz anderen Dingen erzählen...
Ich hatte ein sehr schönes Wochenende, an dem Sport und Kultur optimal kombiniert wurden...

Um beim Sport zu bleiben (muss ja nicht aktiv sein) war ich am Sonntag beim „dicke-Männer-in-Windeln-die-sich-gegenseitig-aus-dem-Ring-drängeln-Wettkampf“, besser bekannt unter dem Namen „Sumo“.
Es war wirklich super!
Unsere Plätze waren zwar ganz hinten/oben, doch man konnte immer noch gut sehen und es war erlaubt, weiter nach vorne zu gehen um Fotos zu machen.
Es war wirklich super!
Unsere Plätze waren zwar ganz hinten/oben, doch man konnte immer noch gut sehen und es war erlaubt, weiter nach vorne zu gehen um Fotos zu machen.
Pro Jahr gibt es sechs Wettkämpfe (drei davon in Tokyo), die jeweils fünfzehn Tage dauern (wir waren am achten Tag). Jeder Sumoringer hat pro Tag einen Wettkampf, er muss also mindestens acht gewinnen, um nicht heruntergestuft zu werden.
Die Kämpfe beginnen gegen neun Uhr morgens mit den unteren Klassen. Die berühmtesten und besten Kämpfer kommen erst gegen siebzehn Uhr, und die Kämpfer der höheren Klassen stellen sich zur Begrüßung der Zuschauer/-innen im Kreis auf.
Die Kämpfe werden interessantester und schneller, die Halle ist voller, die Menge fiebert mit wie bei einem Fussballspiel. Kurz vor achtzehn Uhr findet der Kampf zwischen den besten zwei Sumo statt, am Sonntag waren das Kisenosato, ein Japaner, und Asashoryo, der augenblickliche Yokozuna (Champrion), ein Mongole. Ich war natürlich für den Japaner, aber der Mongole ist einfach zu gut.
Der Wettkampf läuft so ab, dass die beiden Kämpfer, nur mit dem Lendenschurz (die übrigens mindestens 2 Millionen Yen, circa 1400 Euro, kosten) bekleidet und mit dem typischen Haarknoten (jeder Stall, so heißen die „Clubs“, in denen jeder Sumo wie in einer Familie lebt und trainiert, hat seinen eigenen Friseur), hui, was für ein Bandwurmsatz, jedenfalls kommen die beiden Sumo in den Ring, verbeugen sich voreinander (Auf einen fairen Kampf!), heben beide Beine so hoch sie können (also nacheinander) und warten auf das Startsignal des Schiedsrichters. In den oberen Klassen wird auch Salz geworfen (zur Reinigung) und Kraftwasser getrunken. Und natürlich darf auch die Werbung nicht fehlen (eben wie beim Fußball), pro Plakat gibt es etwa 200 Euro für den, der im darauffolgenden Kampf gewinnt.
Während der Begrüßungszeremonie fegen noch ein oder zwei Männer den Sand außerhalb des Kreises, damit man auch gut erkennt, wenn einer aus dem Ring herausgetreten ist.
Verloren hat, wer entweder den boden ausserhalb des Ringes „verlässt“ oder den Boden mit einem anderen Körperteil als den Fußsohlen berührt (Haare miteingeschlossen).
Es war wirklich interessant und für alle, die mal nach Japan wollen, ein unbedingtes Muss.
Verloren hat, wer entweder den boden ausserhalb des Ringes „verlässt“ oder den Boden mit einem anderen Körperteil als den Fußsohlen berührt (Haare miteingeschlossen).
Es war wirklich interessant und für alle, die mal nach Japan wollen, ein unbedingtes Muss.
Ach ja, hier sieht man einen Sumoringer, der ziemlich gut sein muss, weil er zwei Diener (Kämpfer aus niedrigeren Klassen) hat, die ihm seine Sachen nachtragen. Naja, vielleicht überlege ich es mir mit der Uni doch noch mal, Frauensumo gibt es schließlich auch... :)
Sonst hat mich der Schulalltag wieder eingeholt, ich muss sehr viel lernen, kämpfe weiter mit Kanji, kann aber mittlerweile so viel Japanisch, dass ich die Spülmaschine verstehe (nichts beeindruckendes, nur, wie lange der Waschgang dauert und dass sie jetzt mit Trocknen anfängt etc).
Mein neues Lieblingswort (nach „leizouko“ (sprich: leezooko) – Kühlschrank, „sentakuki“ – Waschmaschine, „achikochi“ – überall) ist gomi shuushuushya (der Müllwagen, eine überlebenswichtige Vokabel :) ).
Liebe Grüße,
Katha
Mein neues Lieblingswort (nach „leizouko“ (sprich: leezooko) – Kühlschrank, „sentakuki“ – Waschmaschine, „achikochi“ – überall) ist gomi shuushuushya (der Müllwagen, eine überlebenswichtige Vokabel :) ).
Liebe Grüße,
Katha
1 Kommentar:
au backe,... na zum sumo wuerd ich auch gerne mal gehen. das klingt wirklich genial,... im fernsehen ist das ja vermutlich nur halb so spannend!
liebe gruesse in die grosse stadt
bene
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