Donnerstag, 25. Januar 2007

Hobbies

Hallihallo!

Das schwierigste an einem neuen Blogeintrag ist immer der Aufhänger oder der erste Satz. Ich habe diesmal beschlossen, ganz kreativ zu sein...
Ich möchte jedoch gleich zu Beginn betonen, dass ich folgenden Text in einem Fieberwahn geschrieben habe und jedwege Verantwortung für einen möglichen psychischen/physischen/kulturellen Schock, die die Leserschaft erleiden könnte, strikt ablehne.
Überlegt euch also, ob ihr das Risiko auf euch nehmen wollt...

Wie gesagt, ich habe versucht, mein kreative Gehirnhälfte (die rechte?) zu aktivieren, die aber leider so verschleimt ist (entschuldigt die Wortwahl), dass das Ergebnis etwas mickrig ist.

Als ich ein kurzes Brainstorming machte (jaja, so einen Blogbeitrag zu schreiben ist richtige Arbeit...), fiel mir auf, dass alle Themen dem Buchstaben K anfangen, das muss für heute reichen.
Also, überlegt euch lieber, ob ihr wirklich weiterlesen wollt, es wird sicher nicht besser...


Kindertag: am Sonntag habe ich bei einem Kindertag etwas ausserhalb Tokyos geholfen. Organisiert wurde es von NOTS, einer NPO, und das Ziel war, japanischen Kindern Kontakt mit gaikokujins, also Ausländern, in unserem Fall Deutschen, zu ermöglichen und ihnen die deutsche Kultur/deutsche Bräuche etwas näher zu bringen.
Wir haben mit den etwa 50 Kindern Spiele wie „Papier, Stein, Schere“ oder Kettenfange gespielt. Für das leibliche Wohl wurde auch gesorgt:






Hier wird den Kindern gerade erklärt, wie man Brotteig macht. Ausserdem haben wir (ich zum ersten Mal) Bratäpfel gemacht. Beides „typisch deutsch“ und sehr lecker.
Auch wenn ich nur einen Bruchteil von dem verstanden, was die Kinder gesagt haben (was unter anderem daran liegt, dass ich in der Schule nur in der höflichen Sprachform rede, die Kinder aber natürlich die Duz-Form benutzen), war es sehr lustig und eine schöne Abwechslung in meinem sonstigen Alltag.







Abends war ich mit drei anderen deutschen „Helferinnen“ in Shimokitazawa, einem netten Ausgehviertel, Essen.
Auch ein japanisches Motto: „Das Auge isst mit.“







Kalligraphie: zwei Mal im Monat habe ich Montags einen Kalligraphiekurs. Er findet neben einem Tempel statt und ich bin dort die einzige Nicht-Japanerin. Die meisten Frauen (ausser dem sensei, dem Lehrer, nehmen nur Frauen teil) sind schon etwas älter und machen wahrscheinlich schon ihr ganzes Leben lang Kalligraphie (ganz nach dem Motto „Ganz oder gar nicht“, wenn Japaner etwas machen, dann richtig und perfekt).






Die Fortgeschrittenen (also ab mehreren Jahren) beschreiben nicht mehr kleine, sondern zwei bis drei Meter lange Papierstreifen, die dann wie Wäsche zum Trocknen aufgehängt werden, bevor der Lehrer sie sich anschaut. Wenn der sensei sich die Arbeiten anschaut und sein Urteil abgibt, kommen immer viele andere Frauen dazu um auch etwas zu lernen. Der sensei hat einen kleinen Laserstrahl, mit dem er dann auf besondere Stellen zeigt. Korrigiert er kleinere Werke, malt er mit orangener Tinte in das Kanji hinein: ein Kreis/eine Spirale wenn es gut/perfekt ist, oder den Strick, wo und wie er eigentlich sein sollte. Als er in meiner ersten Stunde in mein mühsam zustande gebrachtes Kanji „kritzelte“, hatte ich erst einmal ein Deja vu an Sr. Sigmunda. Doch (schon wieder ein Motto): „Der Weg ist das Ziel.“






Auf diesem Foto seht ihr den kleinen Tisch mit der Filzdecke, der Behälter mit der verdünnten Tinte (man sieht an dem „auslaufen“ der Striche, dass ich zuwenig Wasser hineingemischt hatte), den Pinsel und zwei Blätter Pergament. Links ist meine „Vorlage“, also das, was der sensei mit vorgezeichnet hat. Was er extra für mich macht: mit orangender Tinte setzt er noch kleine Zahlen dorthin, wo man für den Strich ansetzt, damit ich die Strichfolge einhalte. Ich finde das total süß, es ist nicht wirklich nötig, da ich ihn ja das Kanji zeichnen sehe und die Regeln der Stichfolge kenne, aber er ist schließlich der sensei und macht seinen Job so gut er kann.

Um noch mehr japanische Kultur zu „erfahren“ möchte ich einen japanischen Kampfsport anfangen. Bis jetzt kam nur Aikido in Frage, aber ich habe neulich eine Kendoklasse gesehen und das hat mich auch ziemlich fasziniert. Aber für zwei neue Sportarten habe ich leider nicht genug Zeit, also muss ich mich entscheiden: Kendo oder Aikido.








K
itschig? mal wieder ein Foto von meiner Zimmeraussicht: Bürogebäude und Halbmond.










So, und zum Abschluss noch eine weitere überlebenswichtige Vokabel:
ich dachte, da wir mit sentakuki und leizouko schon bei den Küchengeräten sind, machen wir doch mit der Mikrowelle weiter.

Denshilenchi sagt gute Nacht!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Wow, deine kalligraphie (ich kanns sogar lesen!) sieht richtig klasse aus! Neid! Ich habe es ja auch einmal probiert..